Parodontitis – was ist das nochmal?

Im gesunden Mund finden sich ca. 700 verschiedene Arten von Bakterien. Diese Keime sind wichtig und nützlich für eine gesunde Mundflora. Kommt es aber durch vermehrten Zahnbelag (Plaque) zu einer unnatürlichen Zunahme der Bakterienanzahl, folgt örtlich eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Wird die Plaque nicht entfernt breitet sich die Entzündung auch auf den darunter liegenden Kieferknochen aus. Dies wird dann als Parodontitis bezeichnet.

Werden die Bakterien auch dann nicht entfernt, kommt es zum schrittweisen Abbau von Kieferknochen und das Zahnfleisch weicht zurück. Ist viel Knochen verloren gegangen, lockern sich die Zähne und fallen sogar aus. Die Parodontitis hat nicht nur Folgen für die Zähne, auch begünstigt diese Entzündungsform das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Risikoschwangerschaften. Mit einer Parodontitis ist also nicht zu scherzen!

Um die Parodontitis aufzuhalten oder gar zu heilen, ist es also wichtig die Ursache zu beseitigen. Und das sind die krank machenden Bakterien! Hierzu geht man nach einer oberflächlichen Reinigung dazu über, die tief liegenden Zahnwurzeloberflächen von weichen aber vor allem von sehr harten bakteriellen Ablagerungen zu befreien. Unterstützend können antibakterielle Spülungen oder Antibiotika notwendig sein.

Da die Parodontitis nicht mit einer einmaligen Behandlung „geheilt“ ist, sind regelmäßige Nachsorgen sowie eine optimale Mundhygiene zuhause äußerst wichtig für den dauerhaften Erfolg. Man selbst ist also der wichtigste Faktor für den Erfolg!
Am besten jedoch ist wie immer bei den Zähnen eine gute Mundhygiene mit zweimal täglich Zähneputzen und der einmalige, tägliche Gebrauch der Zahnseide. Denn die Vorbeugung vor der Parodontitis ist die beste Therapie!

Wenn Ihnen Ihr Zahnfleisch Probleme bereitet oder Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen haben – sprechen Sie uns gerne an!

 
Ihr Dr. Rüdiger Aplas

Zähneputzen – vor oder nach dem Frühstück?

          Eine ewige Diskussion mit vielleicht überraschendem Ausgang!

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Wer kennt die Situation nicht? Man ist mit der Familie oder Freunden daheim oder im Urlaub. Man steht Früh auf, springt meist unter die Dusche und dann kommt die Diskussion…Zähneputzen vor oder nach dem Frühstück?

Nun ja die meisten werden jetzt sagen: „…wenn schon dann nach dem Frühstück die Zähne putzen, ich mache ja nicht erst sauber um dann alles wieder schmutzig zu machen…!“

Diese Weisheit mag für das alltägliche Putzverhalten des modernen Menschen gelten, aber NICHT für die Zähne!! Wenn man innerhalb von 30 Minuten nach dem Frühstück sich die Zähne putzt ist das eher fatal als hilfreich. Die Zähne sind nach jedem Essen einem Säure-Angriff ausgesetzt. Dieser dauert ca. 30 Minuten. Putzt man innerhalb dieser 30 Minuten die Zähne, so beschädigen Sie die Zähne zusätzlich. Besser ist es nach dem Essen, einen Zuckerfreien Zahnpflegekaugummi zu kauen, der den Säureangriff schon nach wenigen Minuten beendet, als erst nach einer halben Stunde.

Wichtig ist also, vor dem Frühstück die Zähne putzen! Durch das putzen können wichtige Mineralstoffe wie Fluorid den Zahnschmelz härten. Dieser ist dann widerstandsfähiger für den Danach auftretenden Säureangriff.

Lassen Sie sich also in Zukunft ihr Frühstück noch besser schmecken, mit dem guten Gefühl alles richtig gemacht zu haben.

 

Edit 24. Mai 2018: Aufgrund der hohen Leserate dieses Artikels sei gesagt, dass sich die wissenschaftliche Studienlage hinsichtlich dieses Themas im letzten Jahr etwas erweitert hat. Es gibt nun kein „entweder oder“ mehr, ob vor oder nach dem Frühstück geputzt werden soll, sondern ein „sowohl als auch“. Der Einfluß des PH-Wert-Abfalls im Mund nach dem Essen wird mittlerweile nicht mehr so hoch eingeschätzt. Sie können also getrost auch nach dem Essen unmittelbar Zähne putzen. Wenn Sie dazu keine Zeit haben sollten, greifen Sie gerne zu einem zuckerfreien Zahnpflegekaugummi mit Xylit.

Wenn Sie zu diesem oder anderen Themen noch Fragen haben, dann zögern Sie nicht und fragen Sie die Zahnärzte von der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Trapper & Dr. Aplas.

Bleiben Sie gesund,

Ihr Dr. Rüdiger Aplas

Karies – Was ist das genau?

Karies ist eine Verletzung der Zahnhartsubstanz (Schmelz und Dentin), die durch Einwirkungen von Bakterien entsteht. Genauer gesagt, durch deren Stoffwechselprodukte. Diese lagern sich auf und zwischen den Zähnen als Plaque ab. In diesem Zahnbelag (Plaque) findet man verschiende Bakterien, die man kariogene Bakterien nennt. Die wichtigsten Bakterien sind dabei die Streptokokken, ganz besonders der Streptococcus mutans. Diese Bakterien produzieren aus Kohlehydraten und Zucker Säuren. Dadurch sinkt der PH-Wert des Speichels. Die Bakterien überleben gut in diesem sauren Milieu, aber der hauptbestandteil des Schmelzes, das Hydroxylapatit wird aufgelöst (Demineralisation). Wenn der PH-Wert wieder auf das Normalmaß ansteigt, z.B. nach dem Zähneputzen, können die im Speichel gelösten Ionen diese Stellen wieder remineralisieren und es kommt nicht zur Entstehung eines kariösen Defektes. Kommt es allerdings zu einer dauerhaften Erniedrigung des PH-Wertes – etwa durch schlechtes oder fehlendes Zähneputzen oder die ständige Zufuhr von Zucker, so wird mehr Schmelz aufgelöst als remineralisiert werden kann. Es kommt zu Erosionen (Schäden) am Zahnschmelz, es entsteht eine Karies. Daher ist eine Kariesprophylaxe (Flouridierung, professionelle Zahnreinigung, Individualprophylaxe) neben der Beschränkung der Zuckeraufnahme und der gründlichen Entfernung der Zahnbeläge unersätzlich.

Haben Sie fragen? Wir beraten Sie gerne!

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Zahngesundheit im Kindergarten

Einmal im Jahr steht für unser Praxisteam etwas ganz Besonderes auf dem Programm: ein Besuch im Kindergarten! Schließlich ist es wichtig, dass schon die Kleinsten lernen, was den Zähnen gut tut, welche Lebensmittel man besser meidet und wie man seine Zähne richtig pflegt und putzt. So macht sich jeweils ein Team aus einer Zahnärztin und einer Zahnarzthelferin auf den Weg in den Kindergarten.

Weil Kinder aber keine kleinen Erwachsenen sind, muss das Ganze natürlich spielerisch angegangen werden. Also wird zuerst eine Magnettafel aufgestellt, auf der ein lachender Zahn auf der einen und ein weinender Zahn auf der anderen Seite zu sehen sind. Die Kinder dürfen sich nun jeweils zwei Magnete mit Lebensmitteln aussuchen, von denen sie glauben, dass sie gut bzw. schlecht für die Zähne sind und diese dann je nach dem dem zufriedenen oder dem traurigen Zahn zuordnen. Danach wird gemeinsam noch einmal besprochen, wieso nun ausgerechnet diese Lebensmittel gut oder schlecht für die Zähne sind. So lernen die Kinder zum Beispiel, wieso Milch gesund für die Zähne ist, während Kakao, der doch auch aus Milch besteht, den Zähnen schadet.

Jetzt wird den kleinen Patienten nochmal genau erklärt, wie, wann, wie oft und wieso überhaupt man seine Zähne putzen sollte. Auch hier gibt es zur Veranschaulichung kleine Magnete, die den Kindern noch einmal die wichtigsten Schlagworte wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnputzuhr bildlich darstellen. Jetzt haben die Kinder auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und gemeinsam wird geklärt, was denn eigentlich Karies ist, wie Löcher in den Zähnen überhaupt entstehen und was man dagegen tun kann.

Zum Abschluss bekommen die Kinder einen Zahnputzbecher inklusive Zahnbürste und Zahnpasta, welche von der LAGZ zur Verfügung gestellt werden, geschenkt. Mit jedem Kind wird noch einmal einzeln das Zähneputzen nach dem KAI-Schema (Kauflächen – Außenflächen – Innenflächen) geübt. Hierbei kann die Zahnärztin bzw. die Zahnarzthelferin jedem Kind individuell helfen, die richtige Technik zu finden und zu üben.

Am Ende des Besuches haben die kleinen Patienten viel über ihre Zähne und die richtige Zahnpflege gelernt und das Praxisteam freut sich schon auf den Besuch im nächsten Jahr!