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Periimplantitis

28th Februar 2017 | Dr Aplas | Blog

Peri…WAS???

Periimplantitis ist der Fachbegriff für die Entzündung des Implantatbetts. Das Implantatbett ist das Gewebe, welches das zahnärztliche Implantat an Ort und Stelle hält: Das Zahnfleisch und der Kieferknochen. Im Zuge dieser Entzündungsform geht dieses Gewebe verloren bis auch das Implantat verloren geht. Die Periimplantitis ist sozusagen die Parodontitis des Implantates.  99 Prozent aller verloren gegangener Implantate haben eine Periimplantitis als Ursache. Ein Implantat hält in der Regel ein Leben lang. In groß angelegten Studien ließ sich zeigen, dass 85 Prozent aller weltweit gesetzter Einzelzahnimplantate noch im Mund sind. Das ist eine großartige Prozentzahl, wenn man sie einer anderen Zahl gegenüber stellt, nämlich der meist gebräuchlichen Alternativversorgung: Der Brücke. Eine Brücke hat eine statistische Verweildauer von 15-20 Jahren im Mund. Wieviele Brücken sind noch nach 30 Jahren im Mund? 0-20 Prozent!

Nun sind 85 Prozent eine gute Zahl, aber was macht die Periimplantitis genau, dass 15 Prozent der Einzelzahnimplantate an ihr verloren gehen? Und 15 Prozent entspricht in Deutschland momentan einer Zahl von 150.000 Implantaten pro Jahr. Nun das Problem Periimplantitis beschäftigt die Zahnärzteschaft weltweit und es existiert bis heute kein einheitlicher Therapieansatz, weil bis heute keine Therapie dagegen gefunden wurde. Es gibt lediglich Empfehlungen, aber keine gesicherte Methode eine Periimplantitis zu therapieren!

Was macht die Periimplantitis so schwer zu behandeln? Nun, wie ich ein paar Zeilen zuvor schon erwähnt habe, ist eine Periimplantitis vergleichbar mit einer Parodontitis am natürlichen Zahn, nur am Implantat. Beide Entzündungsformen werden von Bakterienbelägen am Implantat bzw. am Zahn verursacht. Der Unterschied beider Entzündungsformen liegt in den Chancen auszuheilen. Eine Parodontitis kann man gut therapieren. Hierzu muss man die Zahn- bzw. Wurzeloberfläche gründlich von hartnäckigen Bakterienbelägen befreien. Bleibt es dauerhaft sauber am Zahn heilt eine Parodontitis aus. Und hier liegt der Unterschied: am Implantat lassen sich die Bakterienbeläge nicht entfernen. Das liegt daran, dass im Gegensatz zum natürlichen Zahn, das Implantat keine glatte Oberfläche besitzt. Es hat in der Regel eine Schraubenform mit den dazu gehörigen Gewindegängen. Unterhalb der Gewindegänge kann man als Zahnarzt sehr schlecht sauber machen. Das ist aber nicht das einzige: in der Implantatoberfläche befinden sich mikroskopisch kleine Poren, damit in der Einheilphase Knochenzellen sehr gut einwachsen können. Die Bakterienbeläge in den mikroskopisch kleinen Poren lassen sich bis zum heutigen Tag mit keiner Methode entfernen. Das wiederum bedeutet über kurz oder lang den Verlust des Implantates.

Da bis heute keine zuverlässige Methode gefunden wurde eine Periimplantitis zu therapieren, ist die Problematik momentan das Forschungs- und Kongressthema Nummer eins weltweit. Momentaner Stand ist es, Vorbeugung zu betreiben, um es gar nicht zu einer Periimplantitis kommen zu lassen. Zur Vorbeugung kann der Patient selbst durch eine gute bis sehr gute Mundhygiene beitragen. Der implantologisch tätige Zahnarzt muss aber auch jede Menge Fachwissen besitzen um der Erkrankung vorzubeugen. Denn er bestimmt maßgeblich mit, wie hoch das Risiko des Einzelnen ist, an dieser Entzündungsform zu erkranken. Das fängt schon damit an, nicht bei jedem Patienten auf Teufel komm raus, implantieren zu wollen. Patienten mit einer schlechten Mundhygiene, mit einer bestehenden Parodontitis,mit nicht eingestellten Systemerkrankungen oder starke Raucher sind nicht für Implantate geeignet. Die Wahrscheinlichkeit dieser Gruppen an einer Periimplantitis nach Einsetzen eines Implantates zu erkranken, ist groß. Aber auch die Fähigkeiten des Kieferchirurgen oder des Implantologen sind gefragt, um eine Periimplantitis zu vermeiden. Setzt man die Implantate falsch im Kieferknochen, kann es aufgrund mangelnden Schutzes des Zahnfleisches zu einer Entzündung am Implantat kommen. Auch wenn das Implantat mit einer Krone versorgt wird, kann es durch übersehene Zementreste zu einer Erkrankung am Implantat kommen.

Für Patienten ist es deshalb sehr wichtig sich den richtigen Implantologen zu suchen, der über die Problematik informiert ist.

Wenn Sie noch Fragen zu diesem oder anderen Themen haben, zögern Sie nicht und fragen Sie die Zahnärzte von der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Trapper & Dr. Aplas.

Bleiben Sie gesund,

Ihr Dr. Rüdiger Aplas.

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