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Kiefergelenkserkrankungen und deren Folgen (CMD)

18th Juli 2013 | Anita | Blog

Das Kiefergelenk-Syndrom, fachlich auch Cranio-mandibuläre Dysfunktion, kurz CMD genannt umschreibt eine Vielzahl von Symptomen, die im Zusammenhang mit einem ” nicht-richtig-funktionierendem” Gebiß stehen.

Eine große Anzahl an Mitmenschen leiden an Problemen wie etwa Gesichts-, Nacken-, Schulter oder Kopfschmerzen – und das ohne zu wissen woher diese Beschwerden kommen. Meist wurden verschiedene Fachärzte und Spezialisten bereits erfolglos aufgesucht um festzustellen, dass man die Beschwerden hinnehmen und mit Ihnen leben müssen. Nur Schmerzmittel machen den Alltag auf Dauer erträglich. Heutzutage ist bekannt, dass eine Fehlfunktion des Kiefergelenks für einen hohen Protzensatz dieser Beschwerden verantwortlich ist. Dank neuer Erkenntnisse sind Zahnärzte in Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten in der Situation diese Fehlfunktion festzustellen und zu beheben. Ziel einer Therapie ist es, die Fehlfunktion im Kiefergelenk zu beheben und die Schmerzsymptomatik zu lindern.

Der Biss und das Kiefergelenk – oder dass “Schlüssel-Schloss-Prinzip”

Im Laufe des Heranwachsens eines Menschen stellt sich eine bequeme Bißsituation ein. Das heißt es ist möglich den Mund zu schließen, zuzubeißen und somit kann der Kiefer seine angeborene Position beibehalten. Die Zahnreihe des Oberkiefers passt bequem zur Zahnreihe des Unterkiefers wie ein Schlüssel zu einem Schloss. Dieses doch relativ hochkomplexe System läasst sich anschaulich urch ein Beispiel aus dem Alltag  verstehen: Ein perfekt funktionierendes Gebiß arbeitet ähnlich wie eine perfekt schließende Tür. Es fällt ins Schloss und ist zu. Wir alle kennen jedoch aus dem Alltag die Situation, wenn eine Tür nicht ins Schloss fallen möchte. Wir versuchen durch Anheben oder Runterdrücken der Türklinke, die Tür in das Türschloss zu bekommen. Das funktioniert meist auch recht gut, die Folgen jedoch für die Türschaniere sind fatal. Denn diese werden nach einer gewissen Zeit der Überlastung nachgeben, ausleiern oder kaputt gehen. Die Türschaniere stellen beim Menschen die Kiefergelenke dar. Unterschiedliche Gründe wie z.B. eine Fehlstellung der Wirbelsäule, eine Fehlstellung der Schulterpartie, eine angeborene Fehlstellung der Zähne, vor allem aber ein funktional schlechter Zahnersatz oder eine falsche kieferorthopädische Behandlung sind verantwortlich dafür, dass die Zähne des Menschen nicht in korrekter Postition zueinander stehen. Stehen die Zähne des Oberkiefers nicht in exakter Verbindung zu denen des Unterkiefers oder umgekehrt, so versucht die Kaumuskulatur unbewusst durch Verschiebung des Unterkiefers die Fehlstellung der Zähne auszugleichen. Dies verursacht Schonhaltungen und Verspannungen in de Kaumuskulatur. Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, nehmen die Kiefergelenke durch die Fehlstellung ähnlich wie die Türschaniere Schaden.

Symptome – Dysfunktionen erkennen

Die Fehlstellung der Kiefergelenke kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Nachfolgend haben wir Beispielhaft eine Liste möglicher Symptome für Sie zusammengestellt:

  • Zähneknirschen
  • Kiefergelenkschmerzen
  • eingeschränkte Mundöffnung
  • Hals-, Nacken-, Schulterverspannungen
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen
  • Migräne
  • Schwindel
  • Ohrstechen, Tinitus
  • Zähne pressen

 

Nach einer fundierten funktionsanalytischen Diagnostik durch den Zahnarzt und ggf. durch einen Röntgenarzt (Radiologe) erfolgt zunächst eine sogenannte Schienentherapie. Dabei wird mit einer diagnostischen Kunststoffschiene im Ober- oder Unterkiefer (je nach Lehrmeinung) eine Neuorientierung und Stabilisierung der richtigen Bißsituation ermöglicht. Diese Schiene wird ständig in Ihrer Einstellung kontrolliert und justiert, sodasss es zu einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik kommt. Gegebenenfalls können parallel oder im Anschluss eine Physiotherapie der beteiligten Muskeln notwendig werden. An die Schienentherapie können sich weitere zahnärztliche Maßnahmen wie z.B. funktioneller Zahnersatz anschließen um das Gleichgewicht des Bisses auf Dauer zu stabilisieren.

 

Foto: © Kurhan – Fotolia.com

2 Comments

Brigitte 1:59 pm - 9th November:

Danke für den Artikel! Wie schon beschrieben wurde sind die Auswirkung von verspannten Kiefermuskel vielen leider nicht bekannt! Ein mir befreundeter HNO Arzt erzählte mir, dass er in den vergangenen Jahren einige Patienten hatte, deren Tinitus eng mit Verspannungen im Kiefer und um HWS-Bereich standen. Viele können das zuerst nicht glauben!

Tanja M. 8:26 pm - 6th August:

Hallo,

toller Artikel. Es ist unglaublich, wie sich eine verspannte Kiefermuskulatur negativ auf den gesamten Körper auswirken kann. Viele Patienten wissen nicht einmal, dass ihre Beschwerden hiervon kommen und suchen die Ursachen meist verzweifelt ganz woanders.

Viele Grüße

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