Mundtrockenheit oder auch Hyposalivation

Mundtrockenheit

 

Die Mundtrockenheit oder auch Xerostomie beschreibt eine Verringerung des Speichelflusses unter ein Mindestmaß von 0,1 bis 0,3 ml in der Minute. Warum ist das überhaupt wichtig fragen Sie sich jetzt?!

Die Spucke ist der wichtigste natürliche Schutz für unsere Zähne und die Mundhöhle! Ohne Speichel erhalten die Zähne keine oder nur sehr wenig Mineralstoffe, die die Zähne aber für ihre „Härte“ unbedingt brauchen! Auch werden keine Kariessäuren schnell aufgelöst oder gar Karies- und Parodontitiskeime weggespült. Das alles hat weitreichende Folgen für den Mundraum der betroffenen Patienten:

  • zähflüssiger, schaumiger Speichel

  • verletzliche Schleimhäute mit wiederkehrenden Schleimhautinfektionen

  • oberflächliche Veränderung der Zunge mit z.B. Zungenbrennen

  • verstärkte Zahnbelagbildung

  • schnelle Zerstörung der Zähne bei nur „kleinen“ kariösen Stellen

Wer ist denn nun davon am meisten betroffen? Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass mit zunehmenden Alter auch die Anzahl der Menschen mit wenig Spucke steigt. Woran liegt das? Mundtrockenheit wird häufig systemisch ausgelöst. Das ist also eine Begleiterscheinung von systematischen Veränderungen im menschlichen Körper, ausgelöst von Allgemeinerkrankungen oder Medikamenten, die man gegen bestimmte Erkrankungen einnimmt. So z.B. bei Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren Syndrom oder ein unentdeckter bzw. schlecht eingestellter Diabetes Mellitus.

Weit häufiger wird aber die Mundtrockenheit durch Medikamenteneinnahmen ausgelöst, ist also eine ungewünschte Nebenwirkung derer. Im höheren Alter steigt mit der Anzahl der Wehwehchen auch die Einnahme der Medikamente. Typische Medikamente sind hierbei Mittel gegen Depressionen, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, aber auch Beruhigungsmittel, Hormonpräparate oder Schmerzmittel etc. können Mundtrockenheit auslösen. Wenn Sie wissen wollen, ob auch Ihr Medikament Mundtrockenheit auslösen kann, lesen Sie den Beipackzettel oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Überalterung unserer Gesellschaft wird also vermehrt auch die zukünftige Arbeit der Zahnärzte beeinflussen. Je mehr Zähne von den Zahnärzten erhalten werden und je länger diese in der Mundhöhle verbleiben, desto größer wird die Karies-Welle insbesondere die der „Wurzelkaries“ sein. Denn im Alter liegen vermehrt Wurzeloberflächen der Zähne ungeschützt frei. In Kombination mit der Mundtrockenheit ist leider eine schnelle Zerstörung der Zähne vorprogrammiert! Ganz nach dem Motto:„Ist die Wurzel erst einmal exponiert, fault es sich ganz ungeniert“!

Deshalb sind vorbeugende Maßnahmen durch den Zahnarzt unbedingt notwendig, damit es soweit gar nicht kommen kann. Sind die typischen Anzeichen bei einem Patienten feststellbar, sind engmaschige Kontrollen mit maximal drei Monaten Abstand sinnvoll. Dabei können die Zähne zusätzlich fluoridiert und professionell gereinigt werden. Bewehrt haben sich im geringeren Maße auch Zahnpflegekaugummis mit Xylit. Dieser natürliche Birkenzucker fördert mit seiner Kühle den Reizspeichel. Bei stark ausgeprägter Mundtrockenheit sind Speichelersatzmittel aus der Apotheke besonders zu empfehlen. Diese meist in Spray-Form erhältlichen Präparate simulieren den natürlichen Speichel und erleichtern das Sprechen, Kauen und Schlucken. Dabei schützen diese Mittel auch bestens die Zähne. Damit Sie auch noch in Zukunft kraftvoll zubeißen können.

Wenn Sie zu diesem oder noch zu anderen Themen Fragen haben, nur zu!

Ihr Dr. Rüdiger Aplas

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